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Abschied aus Langfang
17 Januar 2011

von Schoasch, Dezember 2010

Griass Eich,

Nachdem ich Langfang nun bald den Rücken kehren werde, möchte ich hier nochmals die herausragenden touristischen Möglichkeiten in Langfang herausstreichen. Wer sich Langfang als hinterwäldlerisches Kaff vorstellt, wird bald enttäuscht, denn es gibt hier außer dem Langfanger Prater noch andere kulturell inspirierende Aktivitäten. Man kann sich zum Beispiel die Grand Epoch City anschaun und sich ins alte Peking zurückversetzt fühlen. Was ma in Peking an alten Gebäuden abgerissen hat, wurde hier wieder neuer und noch viel besser aufgebaut. Da gibt’s dann so illustre Sehenswürdigkeiten wie das Donggan (Energetic) Cinema, die „Open and Aboveboard Hall“, den Super Train und die Animal World. Ob es sich bei letzterer nur um ein Tiergefängnis oder bereits die Todeszelle handelt, davon muss sich jeder selber überzeugen.  Mir selber is da die östliche Universitätsstadt lieber, denn da gibt es einen Arche de Triomphe und ma kann im Sonnenuntergang dem intellektuellen Kanonenfutter beim Exerzieren zuaschaun. (Bild)

Im Großen und Ganzen aber ist es schon wahr, was ma über Langfang sagt: Langfang is wirklich „a futuristic location with a global perspective.“ (Bild)

Nun aber genug aus Langfang, hier noch ein kurzer Überblick über die Tücken und Kniffe, die der chinesische Traumjob „(korrupter) Beamter“ mit sich bringt.

„Gan bei culture killing officials”! (Auf Ex Kultur tötet Beamte!) Als Beamter hat man´s nicht leicht “one official is dead and a second is in coma after drinking excessive amounts of alcohol at boozy banquets”. Dabei kann man sich noch posthum als Ehrenbeamter qualifizieren (“he was later recognized as an Excellent Party Member and posthumously handed a merit award for dying with Honor”. Dabei wird in einigen Gegenden das Trinken während des Mittagessens verboten, nicht jedoch beim Abendessen. „We would loose face if we could not get our guests drunk.” Wer sich seine Leber nicht komplett versauen will, der heuert einfach gestandene Trinker an: “Some officials even hire secretaries who are heavy drinkers so they can be their drinking assistants and help consume the necessary alcohol.” Was bei solchen Banquetten verköstigt wird, verdeutlicht die folgende Zahl: ”On average officials spend about 500 billion yuan a year in public funds on banquets…” Wer also einen Job mit freier Verköstigung sucht und nichts lieber tut, als dem Alkohol zuzusprechen, dem sei eine Einbürgerung in China wärmstens ans Herz gelegt.

Und hier noch Geschichten aus dem Gruselkabinett, sprich aus chinesischen Toiletten: „Drunken man slips into toilet hole, keeps sleeping“. Da lacht einem das Herz, wenn ma sich so eine Metzgerei bildlich vorstellt. Der Mann war wahrscheinlich kurz vorher auf einem Banquett für chinesische Beamte. Wem das nicht ekelhaft genug ist, dem sei eine alternativ chinesische Entbindung ans Herz gelegt, „Baby pops out of woman in public toilet. It took officers about an hour to dig up the pot and rescue the newborn“. Dabei hätt ma als Laie doch meinen können, des Baby wär leichter mit der Nabelschnur wieder heraufzong woan. Also wer agrat bei dem Geruch einer chinesischen Toiletten aus seiner Mutter herausflutscht, dem is wirklich nicht mehr zu helfen.

Lustig auch noch folgende Reportage über Chinesische Medizin: “a man in Guiyang… tried to demonstrate the power of his homemade medicine by cutting his own finger… The display surprised some people, others were scared by the blood while some were skeptical” Also wenn ma sich diese Leute vorstellt, vor allem die Überraschten, kommt einem schon ein Grinsen übers Gsicht.

So, und wer noch keinen Urlaub geplant hat, der kann sich an folgender chinesischen Kampagne in Tibet beteiligen: „cleaning up Tibet… Sky Road, Love, Infinity.“ Passend zum Motto auch folgendes Schild (Bild)

Also, erhebt Euch für ein sauberes Tibet! Was Ihr dazu aber noch auf jeden Fall braucht, ist ein stylisches Wisch-Moped (Bild)

Griass zum letzten Mal aus Langfang

Schoasch