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dropbox und evernote
14 Mai 2009

[Update 28. Juli 2011: Seit einiger Zeit verwende ich für meine Notizen Notational Velocity bzw. einen Fork]

Heute wird es nerdig. Wie einige wissen, bin ich seit geraumer Zeit davon überzeugt (lies: besessen) vom Gedanken, dass man den eigenen Arbeitsablauf optimieren kann und technische Hilfsmittel dafür erlaubt sind. Fester Bestandteil davon ist natürlich eine gewisse ideengeschichtliche Basis, z.B. David Allen’s Getting Things Done und die ganze Inbox Zero/Victory – Geschichte. Darüber wird es heute aber nicht gehen.

Nein, heute gibts ein kleines round-up über zwei wichtige Tools für meinen informationstechnischen Umgang mit dem Alltag. Und ja, dass web 2.0 gräbt sich immer tiefer in meinen Alltag ein. Also nix für die Legende Stallman :).

Dropbox bietet die derzeit beste Möglichkeit Daten unkompliziert online zu spiegeln. Warum braucht man das? Nun, Rechner werden gestohlen oder gehen kaputt. Damit sind in der Regel häufig auch die Daten futsch. Backups sind natürlich wichtig und sinnvoll, aber immer Zeitaufwand und/oder Einsatz verbunden (ok, es gibt Time Machine, aber nicht jeder hat einen Mac). Andere haben mehr als nur einen Rechner und schlagen sich mit Synchronisationsproblemen rum. Für all diese Probleme schafft Dropbox Abhilfe. Es gibt eine Desktop-Anwendung und eine Weboberfläche für den Zugang zu den eigenen Daten. Ist die Desktopsoftware installiert, wird unter Mac OS, Windows oder Linux ein, dem Anschein nach, normales Verzeichnis angelegt, dessen Inhalte allerdings immer online abgeglichen werden. Im Unterschied zu anderen Netzwerklaufwerken (zum Bsp. den Windowsservern) ist auch Offline der Zugriff auf Daten möglich – Veränderungen werden bei der nächsten Netzanbindung abgeglichen. Wenn man damit leben kann, dass eine Firma Zugriff auf die eigenen Daten hat, dann ist dies die beste (weil unkompliziert, schnell und zuverlässig) Backupoption. Es gibt sogar eine Revisionskontrolle (Veränderungen an Dateien werden überwacht und können zurück genommen werden) und die Möglichkeit, Unterverzeichnisse für gemeinschaftliches Arbeiten freizugeben. Für den Zugriff unterwegs bittet sich die Webseite an. Insgesamt stehen einem so 2GB umsonst zur Verfügung, mehr Platz kostet Geld. Die schlechtere Dropbox Alternative Box.net gibt es sogar mit iphone/ipod touch Anwendung.

Evernote ist eine Notizverwaltung und funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie Dropbox – ebenfalls ist eine Desktopanwendung für Mac und Win vorhanden und gleichzeitig der Zugang auch übers Web möglich. Evernote ist ein recht geniales Werkzeug für den Umgang mit Notizen. Der Begriff Notizen ist hier etwas irreführend, da sich Notizen nicht auf das geschriebene Wörter beschränken: Bilder, Filme und MP3s können ebenfalls Bestandteil sein. Diese Notizen können in verschiedenen Notizbüchern gesammelt werden (ich habe z.B. Notizbücher für Blog-Ideen, für meine Interviews in China, für Literatur etc) und können zum schnelleren Auffinden auch mit Stichwörtern (“Tags”) versehen werden. Es gibt Evernote Add-ons für Firefox und Safari, die es erlauben, ganze Webseiten rasch als Notiz zu speichern. Auch eine Anwendung für das iPhone/den iPod touch existiert. Zahlt man einen gewissen Betrag wird noch eine OCR Funktion freigeschaltet, die dann über alle Bilder läuft. Damit kann man z.B. Visitenkarten fotografieren und später einfach durchsuchen.

Wie ich entdeckt habe nutzt auch Merlin Mann (siehe Video unten) beide Tools, ich fühle mich ein wenig geadelt.

Merlin’s First Desktop Tour from Merlin Mann on Vimeo.