Klimatisches, Flüssiges und sonstige Rinnsale ·550 days ago
von Schoasch, Februar 2009
Griass Eich,
hier das Neueste von der Klimafront und sonstigen Fronten, vor allem den
erhärteten…
Wetter: Schnee und Regen
Es schneit in Langfang, Schneechaos auf drei Flocken, letzte Woche hat´s
auch amal grengt, womit die längste Dürreperiode seit 40 Jahren beendet war.
Aber da in China nichts einen natürlichen Gang geht, hat die chinesische
Regierung den faulen Wolken amal ordentlich auf d´Sprüng g´holfen. Scho
tagelang vorher san die Raketenabschussrampen in Position bracht woan, ned
nur de chin. Neujahrsraketen, sondern richtige Regenmacherraketen. Zu
tausenden wean die dann zum freudigen Erscheinen einer Wolke in dieselbe
hineingejagt, dass de faulen Trümmer a wirklich no den letzten Tropfen
heagem (frei nach dem Motto: spucks aus du Sau!). Vom Staatsfernsehen is
dann a vorher scho der Kauf eines Sturzhelms empfohlen woan, damit oahm des
Glump ned auf d´Bian glatscht. Böse Zungen behaupten nämlich, dass bei
Regenwetter scho der ein oder andere unbedarfte Chines vo so am Blindgänger
niedergstreckt woan sei soll. Aber so schlägt der Chinese eben drei Fliegen
mit einer Klappe: er lässt es regnen, duad wos gegen die Überbevölkerung und
kurbelt die Wirtschaft an. Es hilft halt nix besser gecha a Wirtschaftskrise
wia ein Kriag, und wenn er nur gechan Himmel selber g´führt wird (guad, dass
der letzte Sohn des Himmels schon lange von uns gegangen ist).
Eine neue Religion?
Alljährlich, wenn das Frühjahr grünt, die Blumen in Chinas fruchtbaren
Tiefebenen reifen und so illustre Fischlein wie die furunkelnde Forelle, der
aberwitzige Aal, der stänkernde Stör und der kaputte Karpfen in den
idyllischen Steh- und Fließgewässern fröhlich ihre Bäuchlein gen Himmel
strecken, strömen in Langfang Menschen aus allen Richtungen herbei. Es ist
wieder Zeit für die jährliche internationale Angler- und Fischermesse, die
mitten im Herzen überbordender Natur und paradiesischer Grlückseligkeit
(Anm. d. Redaktion: maßlose Untertreibung), im weltbekannten Luftkurort
Langfang stattfindet.
Vier Tage lang rennen dann die Chinesen ohne Ende mit neu erstandenen Ruten,
Reusen, Angeln, Würmern, Haken und Ösen aus den Ausstellungstempeln, um sich
anschließend sofort in die Natur und auf ihre Opfer zu ergießen. Wenn ma
dabei die Augen und Nasen dicht geschlossen hält … sollte man allerdings
Augen und Nasen offen halten (was nur unbedarften Zeitgenossen empfohlen
werden kann), dann merkt ma ein laues Lüftlein, auf den ein flauer Magen und
dem wiederum ein laues – oder war´s faules? –Lüftlein folgt.
Der gemeine Suizidchinese aber steht glücklich an den Ufern und stellt
unbeirrt den hiesigen Superfischen wie dem Arsen-Karpfen und der mit
Plastiktüten getarnten Ku-Klux-Forelle nach, gelegentlich findet sich auch
noch ein chinesisches Zehnauge (für alle ohne lebenslänglichen Angelschein:
Neunage plus eins) und lasst seiner Rute freien Lauf. Manchmal kann man
auch beobachten, wie die Chinesen mit ihren Ruten mächtig die Rinnsale
fluten. Ansonsten aber wundert man sich, dass man die eingesetzten Fischlein
überhaupt no rausziang konn, bevor´s verenden (gar ned so schnell
herausangeln kann wie sie verenden). Leider werden die in dieser Kunst
bewanderten Chinesen meist nicht recht alt.
Immerhin bleiben aber inzwischen aufgrund der besonderen chemografischen
Lage Chinas die Gewässer ganzjährlich eisfrei, was mir persönlich aber
überhaupt nicht weiterhilft.
Aber Apropro mit Ruten die Rinnsale fluten: vor einiger Zeit hatte schon mal
eine Arbeitsgruppe Pissoir (Dank an Greg und Julian) Lösungsvorschläge
erarbeitet, wie man einen männlichen Chinesen mittleren bis älteren Alters
dazu bringen könnte, in das Pissoir und nicht kurz davor zu brunzen. (Anm.
d. Redaktion: Bei der Erarbeitung der Lösungsvorschläge wurde
berücksichtigt, dass das Problem der Überflutungen zwar hinlänglich bekannt
ist, es aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, was genau aus
psychologischer Sicht zu den häufigen Überflutungen führt. Einige Experten
gehen davon aus, dass geblähtes Selbstbewusstsein sowie ein Hinauszögern des
Überdruckablassens ihren Teil dazu beitragen. Andere Experten wiederum sehen
als Übeltäter eher die weniger Selbstbewussten, deren Scheu vor der
vaginalen Form chinesischer Toiletten sie im falschen Augenblick einen
Schritt zurücktreten lässt.)
Die kreativsten Lösungsvorschläge sollen hier aber trotzdem einmal
vorgestellt werden:
Frei nach dem Prinzip Bahnübergang („meine Herren, denken Sie daran: pinkeln
sie mir ja nicht von einem Bahnübergang!“ Zitat Werner Schnarr): Man
installiere ein elektrisches Feld in dem Wahrscheinlichkeitsraum des
Auftreffens des vor das Pissoir gebieselten Urins, so dass der mutwillige
oder auch der aus-Versehen-vor-das-Pissoir-Brunzer einen kräftigen
Stromschlag erhält, der mittels Urins durch die Rute direkt ins Hirn
geleitet wird und dort einen sogenannten Lerneffekt hervorrufen müsste. Beim
nächsten Mal dann, wenn der Bieselhalunke hoffentlich Stromschlag und
Danebenbrunzen kombiniert, sollte alles seinen geregelten Gang gehen
(nämlich direkt über das Pissoir in die natürlichen Rinnsale, wo dann der
Angler…).
Frei nach dem Prinzip Einarmiger Bandit (nicht verwandt mit der einäugigen
Hosenschlange, auch wenn hier beide eine gewisse Rolle zu spielen haben):
Man statte das Pissoir mit einer Zielscheibe aus. Jedes Mal, wenn der
Biesler ins Schwarze trifft, kommt aus einem Nebenarm des Pissoirs ein
Token. Hat man sich dann eine gewisse Anzahl an Token erbieselt, kann man
sich mit diesen aus einem Automaten eine Rolle Klopapier holen, was auch das
Risiko des fehlenden Klopapiers auf chinesischen Toiletten erheblich
reduziert. Der Erziehungseffekt liegt auf der Hand, denn auch in China
schrecken die Träger des grünen vor den Trägern des braunen Daumens zurück.
Das bestechende dieser Methode ist nach Aussage der Arbeitsgruppe Pissoir,
dass sie den kulturell ausgeprägten Spieltrieb des Chinesen umleitet in
hygienisch sauberes Handeln. (Als Alternative wären natürlich auch
Umerziehungslager denkbar, leider wird in diesen aber der Spieltrieb des
homo ludens letzterem allzu oft zum Verhängnis (siehe dazu auch
http://www.sueddeutsche.de/,tt6m1/panorama/386/459032/text/)
Kritiker dieser Methode bemängeln allerdings diese moderne Form des
Ablasshandels. Ihrer Meinung nach liegt der Grund für die Überflutungen an
einem massiven Mangel an natürlichen Erleichterungsinstrumenten wie dem
Baum. Sie setzen unbeirrt, unterstützt von der chinesischen Regierung, auf
landesweite Aufforstung, vernachlässigen aber die Tatsache, dass die Bäume
zur Produktion von Klopapier da gefällt werden müssen, wo geschissen wird.
Frei nach dem russischen Sprichwort: wo der Wolf zieht, wächst der Wald,
heißt es ins Chinesische übertragen: wo der Mensch scheißt, da wächst das
Gras. (Die Analogie zum Schaf ist hier allerdings ein Trugschluß)
Fazit: Die Arbeitsgruppe Pissoir hofft insgeheim, durch Ihren Beitrag die
Grundlage für überflutungsfreies Ablassen in China geschaffen zu haben. Die
Umsetzung überlassen wir den engagierten Vertretern der World Toilet
Foundation sowie des männlichen Teils der chinesischen Bevölkerung.
In diesem Sinne…
Der Schoasch (nicht zu verwechseln mit dem Sch…)

